Lebenslanges Lernen- Auf dem Weg zur Wissensgesellschaft
Heute leben wir alle in einer Wissensgesellschaft- niemand kann sich der Flut an Informationen, welche täglich auf uns einwirkt, entziehen. Die Ausgabe einer einzigen Tageszeitung enthält mehr frisches Wissen, als Menschen im 18. Jahrhundert sich während eines ganzen Lebens aneignen konnten.
Wer mitreden möchte und nicht Gefahr laufen will, irgendwann im sozialen und beruflichen Abseits zu stehen, weil die Welt sich innerhalb von kürzester Zeit rasant weiterentwickelt hat, der wird Bereitschaft zeigen müssen, lebenslang zu lernen und bereits vorhandenes Wissen immer wieder zu hinterfragen. Was heute aktuell ist, kann morgen schon überholt sein.
Goethe galt in seiner Zeit als Genie, weil er „branchenübergreifend“ arbeitete und sich für Kunst, Theater und Literatur genauso begeistern konnte wie für naturwissenschaftliche Forschungen. Ein solides Allgemeinwissen ist sicher auch im Jahr 2012 kein Nachteil, jedoch weisen Bildungsforscher darauf hin, dass sich langfristig vor allem beruflich nur derjenige durchsetzen wird, der sich auf wenige, bewusst gewählte Fachgebiete konzentriert, dafür in diesen aber immer „up to date“ ist. Das menschliche Gehirn ist schließlich (noch) kein Computer mit unbegrenztem Speicherplatz.
Zweifellos ist es sinnvoll, grundsätzlich neuem Wissen und innovativen Ideen gegenüber offen zu sein. Ein gutes Beispiel dafür, dass vermeintlich sichere Erkenntnisse fast schneller widerlegt als verinnerlicht werden, ist folgendes: Noch vor wenigen Jahren waren Neurobiologen der Ansicht, im Alter sei das Erlernen einer Fremdsprache oder eines Instrumentes so gut wie unmöglich. Daraufhin mussten Zweijährige damit beginnen, englisch zu lernen, weil man Angst hatte, ein wichtiges Zeitfenster zu verpassen. Aus heutiger Sicht ist diese Panik unbegründet, weil die wissenschaftliche Grundlage nicht aufrecht erhalten werden kann.